Aufklärung und Früherkennung

Aufklärung

Im Bereich der Aufklärung kommt besonders den Hebammen und Geburtsvorbereiterinnen eine tragende Rolle zu. Im Rahmen der Geburtsvorbereitung bietet sich die Chance, auf das Krankheitsbild der peripartalen psychischen Erkrankungen hinzuweisen, damit betroffene Frauen ihren Zustand schneller einordnen und sich frühzeitig Hilfe suchen können. Zusätzlich ist es sehr wichtig, dass die Hebamme ihre Bereitschaft signalisiert, als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen, falls psychische Probleme auftauchen. Ein solch offen ausgesprochenes Angebot erleichtert es Frauen, gegebenenfalls darauf zurückzugreifen. Neben diesem mündlichen Angebot ist es sehr hilfreich, schriftliches Informationsmaterial zu verteilen, das im Bedarfsfall zur Verfügung steht. Alle Frauen sollten im Geburtsvorbereitungskurs ein Informationsblatt erhalten, das über peripartale Krankheitsbilder aufklärt und Hilfsquellen benennt.
Dazu stehen Flyer und Broschüren von Schatten & Licht e. V. kostenfrei zur Verfügung

Als ein wesentlicher Faktor der postpartalen psychischen Erkrankung gilt ein traumatisches Geburtserlebnis. Die betreuende Hebamme sollte sich in der postpartalen Nachsorge die Zeit dafür nehmen, dies oft verschwiegene Thema anzuschneiden und somit der Frau die Gelegenheit geben, traumatische Erfahrungen auszusprechen. Da die Hebamme die Mutter häufig schon während der Schwangerschaft kennt, fällt ihr oft eine Veränderung im Verhalten nach der Entbindung deutlich auf. Die Aufgabe der Hebamme besteht darin, Symptome zu erkennen, einzuordnen, die betroffene Frau darauf anzusprechen, behutsam aufzuklären und gegebenenfalls an einen Arzt oder Therapeuten weiterzuleiten. Es ist sinnvoll, die Selbsteinschätzungstests EPDS, BFAG und PBQ mit allen betreuten Müttern durchzugehen, um möglicherweise betroffene Frauen früh zu erkennen. Durch eine routinemäßige Anwendung der Fragebögen während der ersten Monate nach der Geburt können viele Mütter, die der Hilfe bedürfen, ausfindig gemacht und Verschlimmerungen des Zustands vorgebeugt werden. Eine frühe Diagnose verhilft der Mutter zu einer schnelleren Heilung!

EPDS - Selbsteinschätzungstest zu peripartaler Depression

EPDS - Selbsteinschätzungstest zu peripartaler Depression

Download
BFAG - Selbsteinschätzungstest zu traumatischer Geburt

BFAG - Selbsteinschätzungstest zu traumatischer Geburt

Download
Fragebogen zur postportalen Erkrankung

PBQ - Eltern-Kind-
Beziehungsfragebogen

Download