Um das idealisierte Mutterbild zu entmystifizieren, bedarf es einer neuen objektiven Sichtweise. Die Gesellschaft muss anerkennen, dass die peripartale Phase für alle Frauen eine Zeit enormer physischer, emotionaler und sozialer Umwälzungen darstellt. Obwohl Kinder unbestritten bereichern und viel Freude bringen, sind die damit verbundenen Veränderungen erheblich. Eine ausbalancierte Einschätzung der Mutterrolle, die beide Seiten gleichermaßen berücksichtigt, kann Frauen helfen, mit den postpartalen Problemen besser fertig zu werden. Sie werden eher bereit sein, ihre Schwierigkeiten offen zu legen und um Unterstützung zu bitten. Und schließlich muss die medienwirksame "Supermama" vom Korsett eng geschnürter Erwartungen befreit werden: die stets perfekte, allseits präsente, sich aufopfernde Mutter, die keine eigenen Bedürfnisse und keine negativen Gefühle kennt.
Immer wieder stellen betroffene Frauen die Forderung nach pränataler Aufklärung und verbesserter postpartaler Nachsorge auf, die vor allem Gemüt, Stimmung und Gefühle einer Mutter in den Vordergrund rücken. Die Bereitstellung adäquater Hilfe für an postpartaler Depression oder Psychose leidende Frauen ist hierzulande im Vergleich zu den anglo-amerikanischen Ländern, die mit speziellen Nachsorgeuntersuchungen, Forschungsgruppen, Ausbildungsprogrammen, Anlaufstellen, Vereinen und Selbsthilfegruppen, wie auch Mutter-Kind-Einrichtungen in der Psychiatrie breitgestreut aufwarten können, als noch unzureichend einzustufen. In dieser Hinsicht ist Deutschland wirklich ein "Entwicklungsland". Es aus diesem unterentwickelten Stadium herauszuholen, ist Ziel des Vereins "Schatten & Licht e. V.".

Daher werden Fachleute verschiedenster Berufsgruppen bei ihrer Forschung oder im Zuge ihrer Abschlussarbeit mit Informationsmaterial, Umfragen und durch Interviewbereitschaft der Selbsthilfegruppen-Teilnehmerinnen unterstützt. Ein anonymer Fragebogen, den der Verein an die Betroffenen versendet, ermöglicht dazu weitere Erkenntnisse (s. Fragebogen zur postpartalen Erkrankung). Mithilfe eines E-Mail-Verteilers an ehemals betroffene Frauen können medizinische Umfragen zu dem Thema ermöglicht werden.
Sowohl für die breite Öffentlichkeit als auch für Fachleute der verschiedensten Fachrichtungen bietet der Verein Vorträge und Fortbildungen an.

Durch Informationsstände auf diversen Veranstaltungen (Selbsthilfe-Tagen, Hebammen-Tagungen, Ärzte-Kongressen, Gesundheits-, Babymessen), durch Medienarbeit (Internet, Zeitungs-, Zeitschriften-Artikel, Radio- und Fernsehbeiträge) und durch Banner und Plakate bringt der Verein das Problemfeld der peripartalen Erkrankungen der allgemeinen Öffentlichkeit näher, um mehr Verständnis für die Problematik und damit langfristig mehr gesellschaftliche, finanzielle und gesundheitspolitische Unterstützung für die betroffenen Mütter zu gewinnen. Es gilt das Tabu der peripartalen psychischen Erkrankungen von Müttern zu brechen, um diese aus ihrer Isolation heraus- und den zahlreichen Hilfsmöglichkeiten und damit der Heilung zuzuführen.

Für diese Arbeit brauchen wir Ihre Unterstützung: Werden Sie Mitglied (s. Mitgliedsantrag), um auch in Zukunft sich selbst, Ihren Frauen und Freundinnen und Ihren Töchtern einen nicht nur Schatten- sondern auch Licht-Blick zu ermöglichen!