Die Prognose der allermeisten seelischen Erkrankungen rund um die Entbindung ist ausgezeichnet. Die Zeit bis zur Genesung ist aber für die seelisch kranke Mutter meistens mit sehr großem Leid verbunden. Ohne Unterstützung und Hilfsmaßnahmen kann der Leidensdruck so groß werden, dass manche daran denken, sich das Leben zu nehmen - manchmal auch mit ihrem Kind - weil sie es einfach nicht mehr ertragen können. Die Hoffnungslosigkeit bestimmt das Leben. Betroffene Frauen können in dieser Situation oft nicht mehr glauben, dass die Depression bei nahezu allen Betroffenen wieder vollständig abklingt. Die Hoffnungslosigkeit ist einerseits ein Symptom der Depression. Andererseits wird sie noch genährt durch den Mangel an Aufklärung und den Mangel an kompetenter professioneller Unterstützung in diesem Problemfeld.

 

Der einzuschlagende Weg aus der peripartalen psychischen Krise richtet sich nach ihrer Stärke und ihrem Verlauf: In leichteren Fällen mag es genügen, sich auf Selbsthilfe zu beschränken. Bei mittelschweren Depressionen kann Selbsthilfe begleitend eingesetzt werden, reicht aber oftmals nicht aus, so dass die Hinzuziehung von Fachleuten anzuraten ist. Bei einer schweren peripartalen Depression oder gar Psychose ist eine sofortige professionelle Hilfe absolut notwendig. Bei Suizidgedanken oder wenn das familiäre Umfeld eine zusätzliche Belastung für die Mutter darstellt, ist ein Klinikaufenthalt in einer speziellen Mutter-Kind-Einheit angezeigt. Folgende Wege der professionellen Behandlung, die sich nach der Depressionstiefe, nach Untersuchungsergebnissen und nach persönlichen Vorlieben richten und miteinander kombiniert werden können, stehen zur Verfügung: Professionelle Beratung, Psychotherapien, Psychopharmakotherapien, stationäre Behandlung, Betreuungsangebote, Hormon-Therapien, naturheilkundliche Therapien, alternative Therapien.

 

Diese Möglichkeit bieten vorzugsweise anerkannte Beratungsstellen unter staatlicher, kommunaler oder freier Trägerschaft.

Von postpartalen/peripartalen Krisen betroffene Mütter und deren Angehörige finden in Schwangerenberatungsstellen und Psychosozialen Beratungsstellen / Sozialpsychiatrischen Diensten fachkompetente AnsprechpartnerInnen. In diesen ambulanten Beratungsstellen arbeiten überwiegend Diplom-SozialpädagogInnen, teilweise auch Diplom-PsychologInnen. Ein großer Vorteil dieser Stellen ist, dass die Beratung, die in aller Regel kostenfrei angeboten wird, sehr zeitnah möglich ist (zeitnah bedeutet hier innerhalb weniger Tage bis Wochen). Eine ärztliche Überweisung ist ebenfalls nicht nötig. Überdies betreiben die jeweiligen Träger häufig auch Außenstellen im ländlichen Raum, die somit meist gut und schnell erreichbar sind. Neben ersten Informationen sowie der Vernetzung mit anderen Fachleuten vor Ort, bieten diese Beratungsstellen nach Bedarf und Ausprägung auch längerfristige Beratungen in Form von Einzelgesprächen an. Je nach Kapazität und Nachfrage sind grundsätzlich auch Gruppenangebote möglich. Die BeraterInnen unterliegen der Schweigepflicht.

Glücklicherweise benötigt nicht jede postpartal erkrankte Frau eine stationäre psychiatrische Behandlung oder auch eine längerfristige Psychotherapie. Vielen betroffenen Müttern kann mit ambulanten Beratungsgesprächen bereits sehr gezielt und gut geholfen werden, nur leider ist diese Form der professionellen Hilfe nach wie vor im Zusammenhang mit peripartalen seelischen Erkrankungen wenig bekannt. So wissen beispielsweise nur wenige (werdende) Eltern und auch Fachleute, dass die Zuständigkeit der meisten Schwangerenberatungsstellen bis zum vollendeten 3.Lebensjahr des Kindes reicht, somit also genau den Zeitraum umfasst, der für peri- und postpartale Erkrankungen relevant ist. Wenn es schwerpunktmäßig um die Bindungsförderung zwischen Mutter/Vater und Baby geht, bieten im Übrigen auch Erziehungsberatungsstellen und Frühförderstellen fachliche Unterstützung.

Die Adressen der jeweiligen Beratungsstellen vor Ort finden Sie unter den oben genannten Bezeichnungen im örtlichen Telefonbuch, im Internet sowie teilweise auch auf der Liste der niedergelassenen Fachleute.

 

Kann der Mutter durch Familie und Freundeskreis keine ausreichende Unterstützung zuteil werden, gibt es verschiedene Betreuungsangebote, die auch teilweise durch die Krankenkassen (mit)finanziert werden.

Mütterpflegerin: Die Mütterpflegerin "bemuttert" die Mutter. Sie bietet Entspannungstechniken und Rückbildungsübungen an, berät bei Gesundheitsfragen und allen anderen Sorgen, sorgt für eine vollwertige Ernährung der Mutter, hilft bei der Pflege des Babys und organisiert den Haushalt. (www.muetterpflege.de)

Familienpflegerin: Die Familienpflegerin organisiert den Haushalt und kümmert sich um (ältere) Kinder. (Caritas und Diakonie)

Doulas: Doulas (griech. "Doulalei" = Dienerin der Frau) begleiten Frauen bei der Entbindung, sorgen für eine angenehme Geburtsatmosphäre, bieten der Frau Entspannungstechniken an und stärken die Verbindung von Mutter und Kind. (www.doulas-in-deutschland.de, www.doula-info.de)

 

In der Regel sind bei der Entstehung einer peripartalen seelischen Erkrankung belastende Erfahrungen aus der Lebensgeschichte der betroffenen Frau und/oder der aktuellen Lebenssituation bzw. dem Schwangerschafts- und Geburtserleben maßgeblich beteiligt. Um diese Erfahrungen zu verarbeiten und in neues hilfreiches Denken, Fühlen und Verhalten umzusetzen, kann es sehr sinnvoll sein, eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen.
In Deutschland dürfen diese Behandlungen durch Psychologische und Ärztliche Psychotherapeut/innen sowie Heilpraktiker/innen für Psychotherapie durchgeführt werden. Diese Berufsgruppen sollten eine entsprechende mehrjährige Weiterbildung in mindestens einer Psychotherapiemethode absolviert haben und durch regelmäßige Fortbildungen ihre Kenntnisse stetig erweitern.
Es gibt eine Vielzahl von psychotherapeutischen Verfahren, die sich sehr stark unterscheiden. Es gibt aber nicht die für peripartale psychische Erkrankungen am besten geeignete Methode; was der betroffenen Frau hilft, ist abhängig von ihrer jeweiligen Grundproblematik und ihren individuellen Bedürfnissen und Neigungen. Prinzipiell gilt, dass vor allem die Beziehung zwischen Patientin und TherapeutIn für einen Behandlungserfolg maßgeblich ist, d. h. wie wohl, sicher und verstanden sich die betroffene Frau bei ihrer/ihrem TherapeutIn fühlt.
Psychotherapie ist in Deutschland prinzipiell eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn eine seelische Erkrankung vorliegt. Das gilt allerdings nur unter der Vorraussetzung, dass eine von der kassenärztlichen Vereinigung anerkannte Psychologische oder Ärztliche Psychotherapeutin bzw. Therapeut die Behandlung durchführt und auch nur für 3 der schätzungsweise insgesamt 400 Therapieverfahren, die derzeit weltweit angeboten werden. Die Verfahren, die von der Krankenkasse bezahlt werden, sind die Analytische Psychotherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie. Hier bedarf es dann auch keiner Überweisung durch einen Arzt, kann aber erfolgen, wenn dort die Praxisgebühr für das Quartal bereits bezahlt wurde. Um die Notwendigkeit der Psychotherapie und die Diagnose abzuklären und vor allem um zu prüfen, ob von beiden Seiten ein für die Behandlung notwendiges Vertrauensverhältnis herstellbar ist, können bis zu fünf sogenannte "probatorische Sitzungen" (8 bei analytischen Therapien) bei jeweils jedem in Frage kommenden Therapeuten/Therapeutin in Anspruch genommen werden. Danach muß die Therapie bei der Krankenkasse beantragt werden. Während einer laufenden Therapie ist ein Wechsel des Therapeuten / der Therapeutin nur sehr schwierig und mit zwingender Begründung möglich. Es gibt eine Oberbegrenzung der genehmigungsfähigen Behandlungsstunden-Anzahl, die je nach Therapierichtung variiert. Prinzipiell nicht übernahmefähig sind Psychotherapien, die von Heilpraktikerinnen oder nicht im kassenvertragsärztlichen System arbeitenden Psychologischen Psychotherapeuten. Bei letzteren besteht jedoch die Möglichkeit, falls sie mit einer der drei zugelassenen Methoden arbeiten, einen Antrag im Rahmen der sogenannten Kostenerstattung an die Krankenkasse zu stellen. Dafür ist wichtigste Vorraussetzung, dass ein Therapieplatz bei einem Vertragsbehandler nicht in zumutbarer Wartezeit zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist dann eine Therapie nur in Eigenfinanzierung möglich. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 60 bis 100 Euro pro Therapiesitzung, wobei die Sitzungshäufigkeit und notwendige Anzahl zwischen den Methoden und der zu bearbeitenden Problematik stark unterschiedlich ist. Diese Investition kann sich unter Umständen für Frauen lohnen, die mit den klassischen Methoden nicht wirklich weitergekommen sind. Auch können "freie" PsychotherapeutInnen im Allgemeinen Termine ohne oder mit geringerer Wartezeit auf einen Behandlungsplatz anbieten.
Bei privaten Krankenversicherungen ist die Übernahme von Kosten für Psychotherapie sehr unterschiedlich geregelt und sollte im Bedarfsfall bei der Versicherung erfragt werden.
Für eine erste Orientierung sollen hier ein paar Unterscheidungskriterien vorgestellt werden, die die Suche nach einer geeigneten Behandlungsform erleichtern können. Die dabei benannten Kriterien stellen Extreme dar, die so in der Praxis immer weniger in Reinform zu finden sind. Auch in Deutschland geht mittlerweile der Trend zu methodenübergreifendem Arbeiten in der Psychotherapie, ungeachtet der Tatsache, dass dies im gesetzlichen und privaten Krankenkassensystem nicht vorgesehen ist. So kann es z. B. passieren, dass eine aus der Verhaltenstherapie kommende Psychologische Psychotherapeutin bei einem bestimmten Symptombild eine höchst ähnliche Methodik durchführt, wie die aus der Medizin stammende und psychoanalytisch ausgebildete Kollegin. Das kann unter Umständen aus deren gemeinsamer Erfahrung herrühren, dass es für Betroffene hilfreich sein kann, zunächst in der aktuellen Lebenssituation eine Stabilisierung über konkrete Verhaltensänderung und Einübung von Bewältigungsstrategien vorzunehmen und danach an die lebensgeschichtlichen Ursachen zu gehen. Es bleibt also nichts anderes übrig als sich, eventuell auf Empfehlung von anderen Betroffenen, selbst ein Bild von der psychotherapeutischen Anbieterin / dem Anbieters zu machen. Dabei kann es sich auch lohnen, nach zusätzlichen zum Hauptverfahren angebotenen Methoden zu fragen. Eine Hilfe stellt natürlich auch die auf der Website verfügbare bundesweite Fachleute-Liste dar. (s. Liste der niedergelassenen Fachleute).

Lebensgeschichtlich orientierte Verfahren vs. Am aktuellen Verhalten orientierte Verfahren
Bei ersteren liegt der Behandlungsschwerpunkt auf der Bearbeitung von Ereignissen in der Lebensgeschichte, vor allem der Kindheit, die sich auch unbewusst auf die aktuellen Probleme auswirken können. Dazu gehören vor allem die analytischen Verfahren (z.B. Psychoanalyse, analytische Psychologie) sowie die daraus entwickelten tiefenpsychologischen Verfahren (z. B. Transaktionsanalyse, Hypnosepsychotherapie, Katatym-Imaginative Psychotherapie). Bei letzteren wird der Schwerpunkt auf das aktuelle Verhalten und Erleben gesetzt und es wird versucht, dieses durch Erkennen und gezieltes Einüben von neuem Verhalten zu verändern. Dazu gehören vor allem die verhaltenstherapeutischen Methoden (z. B. Kognitiv Behaviorale Therapie, Dialektisch Behaviorale Therapie).

Interaktiv orientierte Verfahren vs. Patientenaktiv orientierte Verfahren
Bei ersteren greift der Therapeut/die Therapeutin stärker mit Fragen und Hinweisen in das Behandlungsgeschehen ein, es wird gemeinsam am Problem der Patientin gearbeitet. Dazu gehören z. B. die verhaltenstherapeutischen und die tiefenpsychologischen Methoden. Bei letzteren greift der/die Behandelnde nur wenig ins Geschehen ein, während die Patientin frei über ihre Probleme und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle spricht (z. B. klassische Psychoanalyse).

Sprachorientierte Verfahren vs. Körperorientierte Verfahren
Bei ersteren werden die Probleme durch "darüber sprechen" bearbeitet (z. B. Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, analytische Verfahren). Bei letzteren wird davon ausgegangen, dass sich seelische Konflikte im Körper wiederspiegeln und durch gezielte Bewegungen, Massagen und/oder Berührungen bewusst machen und verändern lassen. Dazu gehört z. B. die Biodynamische Körperpsychotherapie, Hakomi, Konzentrative Bewegungstherapie, Casriel-Bonding-Psychotherapie, Somatic Experiencing. Körperorientierte Verfahren erleben derzeit aufgrund der neuen gehirnbiologischen Erkenntnisse wieder eine stärkere Bedeutung. Im weitesten Sinne kann man dazu auch die Musik- und die Gestaltungstherapie rechnen, wobei sich der Körper hier über ein kreatives Medium ausdrückt.

Störungsorientierte Verfahren vs. Ressourcenorientierte Verfahren
Bei ersteren stehen im Zentrum der Behandlung die Symptome und die diesen zugrundeliegende gestörte Lebensentwicklung bzw. das defizitäre Verhalten, Denken und Fühlen. Dazu gehören z. B. die klassischen analytischen, tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Methoden. Letztere setzen bei den Fähigkeiten an, die ein Mensch zur Bewältigung von belastenden Ereignissen bereits entwickelt hat und leiten an, diese zu erweitern. Grundgedanke ist dabei, dass jeder Mensch über Selbstheilungskräfte und Strategien verfügt, die aktiviert, ausgebaut und auch verändert werden können. Symptome werden eher als Lösungsversuche in einer "kranken Situation" verstanden. Beispiele dafür sind die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie, EMDR und die Ego-State-Therapie.

Allgemein orientierte Verfahren vs. Themenspezifisch orientierte Verfahren
Während sich erstere unabhängig von der Art und der Entstehung der Erkrankung zuständig fühlen, orientieren sich letztere an speziellen Krankheitsbildern oder deren Ursachen. In diesem Zusammenhang sind besonders Verfahren zur Behandlung traumatischer Erfahrungen, die bei PPD-Fällen eine Rolle spielen können, zu nennen. Das betrifft die Frauen, in deren Lebensgeschichte besonders belastende unbewältigte Ereignisse stattfanden z. B. eigene Geburt als Frühchen, längere Krankenhausaufenthalte als Kind, frühe Trennungs- oder Vernachlässigungserfahrungen von Bezugspersonen, sexualisierte, psychische oder körperliche Gewalterfahrungen, traumatische Geburtserlebnisse als Mutter. Hier kann es sehr viel Sinn machen, sich in eine spezialisierte Traumatherapie zu begeben. Traumatherapieverfahren sind z. B. EMDR, Psychodynamisch imaginative Traumatherapie, Dialektisch Behaviorale Therapie. Adressen von zertifizierten SpezialistInnen sind erhältlich www.degpt.de.

Als weitere Orientierungshilfe ist beim Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF e.V.) www.akf-info.de unter "Publikationen" ein Flyer mit "Qualitätskriterien für eine frauengerechte Psychotherapie" als PDF-Download erhältlich.
Informationen zu den verschiedenen Psychotherapieformen finden sich z. B. unter de.wikipedia.org/wiki/Psychotherapie#Psychotherapieverfahren oder unter www.medizinfo.de/psychotherapie

Im Folgenden sollen einige Psychotherapieverfahren kurz vorgestellt werden:

Analytische Psychotherapie
Es erfolgt keine vollständige Analyse der Persönlichkeit, sondern die Betrachtung einiger Lebensereignisse, um die Herkunft von symptomauslösenden Konflikten zu erklären und neue Verhaltensweisen einzuüben. Der Therapeut ist relativ passiv. Der Patient erinnert sich, phantasiert und erzählt.

EFT – Emotional Freedom Techniques
Basiert auf den Prinzipien der Akupunktur. Es werden bestimmte Meridiane durch eine Klopftechnik stimuliert. Während des Klopfens spricht der Patient Sätze der Selbstakzeptanz und der Akzeptanz seines belastenden Gefühls. EFT arbeitet direkt am belastenden Gefühl. Ziel ist es, dieses aufzulösen und neue Möglichkeiten für eine Veränderung der Gefühle und damit auch des Verhaltens zu schaffen. So kann aus Angst und Ablehnung Zuversicht und Freude werden. EFT wirkt stark aufdeckend. Es können verschüttete Erinnerungen auftauchen, z.B. aus der Kindheit. Ein achtsamer und aufmerksamer Umgang ist wichtig, um dies rechtzeitig zu erkennen und die damit auftauchenden Emotionen einzugliedern. Darüber hinaus wird EFT auch zur Stabilisierung, besonders nach traumatischen Erfahrungen eingesetzt.

Familientherapie / Systemtherapie
Nicht individuelle Störungen, sondern gestörte Familienbeziehungen machen krank. Subtile Kampfmethoden sind die Folge. Die Beobachtung des Beziehungsgefüges ist daher wichtig. Die gewohnte Kommunikation der Familie wird in Frage gestellt, neue Kommunikationsformen und Beziehungsmuster werden erprobt.

Gesprächstherapie
Der Behandelte ist nicht ein Patient, sondern ein Klient. Die Gespräche zwischen Therapeut und Klient sind durch Offenheit, Anteilnahme, nicht-urteilendes Verstehen und Echtheit gekennzeichnet. Aktuelle Erlebnisse, Erfahrungen und Gefühle stehen im Mittelpunkt, werden akzeptiert und positiv angegangen. Durch Einfühlen des Therapeuten und nicht-wertende Anerkennung aller Gefühle und Gedanken des Klienten werden Selbstachtung, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gestärkt.

Gestalttherapie
Die Gegenwart ist wichtig, die Vergangenheit ist vorbei. Momentane Gefühle zählen, nach dem Warum muss nicht geforscht werden. Erfahrung ist wichtiger als Erklärung. Wahre Bedürfnisse müssen erkannt und frei gelebt werden können. Die Ziele sind: Gefühle erleben, Umwelt und Mitmenschen wahrnehmen, bewusste Auseinandersetzung, Selbstunterstützung durch inneren Dialog, selbstverantwortliches Handeln. Alle Personen und Gefühle bekommen eine eigene Stimme, die alle vom Klienten selbst dargestellt werden. Der Therapeut ist nur unterstützend und anregend tätig.

Körper-Psychotherapie
Körper-Psychotherapie ist eine Therapieform, die Zugang zu sonst schwer behandelbaren Problemen findet und Heilungsmöglichkeiten eröffnet, wenn verbaler Dialog und Reflexion nicht ausreichen. Dies gilt besonders, aber nicht nur, für psychosomatische Beschwerden, Symptome und Krankheitsbilder. Da unsere Haltungen, Emotionen, Gefühle, Stimmungen nur bedingt durch Verständnis und Einsicht zu beeinflussen sind, viel mehr aber durch bewusstes Erleben des gesamten Organismus, bietet sich die Körper-Psychotherapie überhaupt als Weg des Wachsens und der Veränderung an. Ein Nacken, der sich aus Angst vor Erniedrigung oder Schlägen gebeugt und über die Jahre verkürzt hat, ist weder durch Verstehen noch durch Krankengymnastik dauerhaft dazu zu bewegen, sich aufzurichten. Erst wenn die angehaltene „Angst im Nacken“ sich löst und erlebt statt festgehalten wird, kann die Kontraktion nachlassen. Denn die alte Angst - in der klaren Bewusstheit einer nicht ängstigenden Gegenwart ausgedrückt - erfährt auch, dass nun die Gefahr vorbei ist. Das Lösen stecken gebliebener Gefühle und das Stärken der Selbstregulation wird in der Therapie unterschiedlich, weil individuell betont werden; ihr Wechselspiel führt zur Befreiung von „Altlasten“, zu intensivem Erleben und klarem Handeln, zur Vertiefung der Pulsation der Lebensenergie. (www.koerperpsychotherapie-dgk.de)

Psychodrama

Es wird meist als Gruppentherapie angeboten. Vergangene, gegenwärtige oder Traum-Szenen werden nachgespielt, wobei der Hauptakteur seine Rolle selber spielen kann und die anderen Gruppenmitglieder als Akteure für seine Szene einsetzt. Im Spiel werden Konflikte und Probleme modellhaft durchgespielt und verschiedene Lösungen erprobt. Danach erfolgt ein Feedback.

ROMPC – Relationship oriented meridian based Psychotherapy and Councelling
Eine Methode der Traumatherapie, welche die dem Bewusstsein zugänglichen Ebenen der heilsamen Beziehung undkognitiven Aufarbeitung einer traumatischen Erfahrung verbindet mit der Ebene des limbischen Systems. Dies ist jener Teil des Gehirns, der für blitzschnelle vorbewusste Reaktion auf Bedrohung und somit für unsere Überlebenssicherung zuständig ist. Auf dieser Ebene geht es um gezieltes Entkoppeln jener Auslöser, die nach einer traumatischen Erfahrung immer wieder wirksam werden und somit stets von Neuem für eine Überflutung durch Stresssymptome und Panik sorgen. Der gezielte Zugang zu beiden Ebenen des Gehirns und des Bewusstseins ermöglicht die vollständige Lösung und Befreiung von emotionalen Belastungen und deren Auslösern.

Tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie
Wichtigstes Thema ist die Lösung aktueller Konflikte und Probleme, dazu werden Erinnerungen aus Kindheit und Jugend wieder belebt. Es besteht eine stärkere therapeutische Beziehung als bei der Analytischen Psychotherapie. Die Therapeuten beteiligen sich aktiver am Gespräch, fragen nach und teilen Beobachtungen mit. Dann erfolgt die Entwicklung neuer Strategien und Verhaltensformen und deren Umsetzung im Alltag.

Transaktionsanalyse
Die Persönlichkeit eines Menschen unterteilt sich in drei Ich-Zustände, die alle drei in Balance gebracht werden müssen, um ein psychisch gesundes Leben zu führen: Das Kind-Ich, das geprägt ist von kindlichen Erfahrungen und spontan sein sollte, das Erwachsenen-Ich, das auf das Hier und Jetzt sachlich, nachdenklich und einfühlsam reagieren sollte, und das Eltern-Ich, das von Eltern, Autoritäten, gesellschaftlichen Normen geprägt wurde und konstruktiv vorsorgend sein sollte. Werden Transaktionen zwischen Menschen immer wieder einseitig aus den gleichen Ich-Zuständen heraus vollzogen, weil ein Ich-Zustand zu stark gelebt wird, entstehen "Spiele", die die Menschen in scheinbar unveränderlichen, schadenden Verhaltensweisen festhalten. Bedürfnisse nach Zuwendung müssen lebenslang gestillt werden, um nicht seelisch zu verkümmern und um Selbstbewusstsein und Selbstverantwortung zu entwickeln und zu erhalten. Daher ist das Therapeuten-Klienten-Verhältnis liebevoll und voller Zuwendung.

Verhaltenstherapie
Verhalten wird erlernt, ist aber auch zu verlernen, indem gesünderes Verhalten eingeübt wird. Konkrete Ziele der Therapie werden besprochen und auf drei Ebenen analysiert: in der Kognition, im Verhalten, in Körpersymptomen. Danach werden zusammen mit dem Patienten ein Behandlungsplan und Methoden zur Einübung neuer Denk-, Verhaltens- und Kommunikationsformen erarbeitet.

 

 

Aus der Vielzahl der weiteren, zur Zeit praktizierten Therapieformen wird hier eine Auswahl vorgestellt.

Akupunktur: Die traditionelle chinesische Medizin, um das innere Gleichgewicht (Yin+Yang) wiederherzustellen. Man kann mit Hilfe einer psychisch ausgleichenden Behandlung unterstützend helfen. Diese Behandlung kann von Heilpraktikern, Ärzten oder auch im Wochenbett von Hebammen durchgeführt werden. Die Akupunktur kann bei depressiver Verstimmung im Wochenbett zur Stimmungsaufhellung und zum psychischen Ausgleich beitragen.

Aromatherapie: Die Wirkung der ätherischen Öle ist schon seit dem Altertum bekannt. Durch die Düfte werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und stimuliert.Es sollten nur reine ätherische Öle (keine Duftöle) verwendet werden. Reine ätherische Öle werden aus Pflanzen gewonnen und enthalten bis zu 300 verschiedene Inhaltsstoffe mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Ätherische Öle sind stark konzentriert und 50mal wirksamer als Kräuter.Die Öle wirken über Duftimpulse auf das limbische System, sie werden aber auch gut über die Haut aufgenommen, über den Blutkreislauf im Körper verteilt und erzielen so eine Wirkung im ganzen Körper. Zitrusöle wirken stimmungsaufhellend. Einfach einige Tropfen auf die Handgelenke oder Füsse auftragen oder im Raum diffundieren.

Atemtherapie: Die Fähigkeit, wieder ruhig und gleichmäßig zu atmen, soll zurückgewonnen werden, um die Sauerstoffversorgung des Körpers zu verbessern, die natürliche Haltung wiederzugewinnen und hemmende Emotionen abzubauen. Innere Verspannungen lösen sich.

Autogenes Training: Entspannungstechnik, bei der durch Selbstsuggestion das vegetative Nervensystem beeinflusst und Stress abgebaut werden kann. In Gruppen zu erlernen, dann alleine einsetzbar.

Ayurveda: Indisches Gesundheitssystem. Die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha bestimmen die Eigenschaften und den Konstitutionstyp einer Person; das Verhältnis der Anteile der Doshas zueinander erklärt die Stärken und die Schwachstellen eines Menschen und seines Körpers. Geht das Gleichgewicht verloren, ist also durch die Lebensführung ein Dosha krankhaft dominierend oder geschwächt, sendet der Körper Signale aus, die - wenn ungehört - in eine Krankheit übergehen. Mithilfe einer an das Dosha-Verhältnis angepassten, gesunden Lebensführung, mithilfe der Ernährung und mithilfe von Heilpflanzen, Massagen, Dampfbädern oder Yoga-Übungen (s. u.) kann man auf die Doshas und ihre Gewichtung im Körper Einfluss nehmen und den Menschen heilen.

Cranio-Sacral-Therapie: Spielart der Osteopathie. Das Körperskelett wird vom Schädel (Cranium) bis zum Kreuzbein (Sacrum) mit feinen, kaum wahrnehmbaren Manipulationen gelockert, um den Rhythmus der Hirnflüssigkeit wieder zu normalisieren, der durch Blockierungen gestört wird, die durch Stürze oder Verspannungen auftreten können. Auch psychische Erfahrungen können solche Blockaden hervorrufen, die wiederum psychische Erkrankungen nach sich ziehen können.

EFT oder MET: Durch Beklopfen von Akupunkturpunkten am Körper werden Probleme bearbeitet und emotionale Blockaden beseitigt. Mit einem "Aussöhnungssatz" wird dauerhafte Veränderung/Heilung bewirkt.

Hypnotherapie: Durch Versetzen des Klienten in einen hypnotischen Trancezustand ist dieser leichter bereit, sich mit unangenehmen Inhalten auseinander zu setzen und neue Denkweisen anzunehmen. Dabei kann der Klient entgegen dem verbreiteten Vorurteil zu nichts gezwungen werden, was er nicht selbst möchte. Gute Erfolge bei Depressionen, Schlafstörungen und Angst.

Imaginative Entspannungsverfahren: Mit Phantasiereisen und geleiteten Meditationen werden Körper und Geist entspannt, so dass negative Gedankenkreisläufe durchbrochen und durch positive Imaginationen ersetzt werden können.

Jin Shin Jyutsu:Jin Shin Jyutsu ist eine mehrere tausend Jahre alte Kunst zur Harmonisierung der Lebensenergie im Körper. Im Jin Shin Jyutsu wird mit dem Energiesystem des Menschen gearbeitet. Durch Berühren bestimmter Punkte am Körper, der sogenannten Energieschlösser, wird ein Energiestrom im Körper angeregt, der bestimmten Organen oder Bereichen Energie zuführt und so Blockaden und Disharmonien beseitigt und die Selbstheilungskräfte anregt. Es ist auch zur Selbstanwendung gut geeignet. Der Therapeut gibt dazu Anleitungen und Hilfestellungen, die konkret auf den Patienten zugeschnitten sind.

Kinesiologie: Negative Erfahrungen aus der Vergangenheit blockieren unser Verhalten in der Gegenwart und verdrängte Emotionen bringen den Körper aus dem Gleichgewicht. Der Körper erinnert sich per Muskeltest, in welchem Alter die negativen Gefühle das erste Mal erfahren worden sind. Die Energieblockaden werden im Ursachenalter gelöscht und neue Alternativen in der Gegenwart möglich. Der große Effekt dieser Methode ist der Stressabbau und das Erkennen neuer Wahlmöglichkeiten. Sobald der negative emotionale Stress gelöst ist, kann der Körper eigene Energien stabilisieren und nutzen, um den Selbstheilungsprozess zu aktivieren.

Kunst-, Musik-, Tanztherapie: Bildnerisches Gestalten, Musik und Tanz waren schon immer Heilmethoden aller Völker. Es spricht Körper, Seele und Geist gleichzeitig an, hilft den Klienten, sich selbst besser wahr-zu-nehmen, sich zu ver-wirklich-en, etwas zu be-greifen, etwas aus-zu-drücken und stärkt damit das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Myoreflextherapie
Die von Dr. Kurt Mosetter entwickelte Behandlungsmethode der Muskeln („myo“) zur Schmerz- und Traumatherapie verbindet viele Einzelperspektiven aus z.B. Orthopädie, moderner westlicher Medizin, Psychologie und der traditionell chinesischen Medizin. Unser Körper ist ein komplexes Netzwerk, welches nur im Lot reibungsfrei funktioniert. So kann es im Lauf unseres Lebens durch Schon- und Zwangshaltungen, durch ein Zuwenig oder auch Zuviel an Bewegung, durch physische und psychische Traumata verschiedenster Herkunft dazu kommen, dass dieses Lot aus dem Gleichgewicht gerät. Wenn dann das Zusammenspiel der Muskeln nicht mehr richtig funktioniert, kann dies zu schmerzhaften Strukturen in unterschiedlichsten Körperregionen führen. Der Myoreflextherapeut versucht die Bewegungsgeometrie des Körpers wiederherzustellen. Dazu bedient er sich während der Behandlung hauptsächlich der Muskeln, da diese für eine ausgewogene Kräfteverteilung im Körper sorgen. Als weiteres Hilfsmittel kann sich der Therapeut der traditionell chinesischen Meridiansysteme (Energieleitbahnen) bedienen. Der Blasenmeridian zum Beispiel verläuft über die Rückseite der Beine entlang der gesamten Wirbelsäule bis über den Kopf zu den Augen. Überall dort können verschiedenste Probleme ausgelöst werden. Nach den Lehren der chinesischen Medizin wird der Blasenmeridian mit der Emotion Angst verbunden. Störungen können durch die oben erwähnten psychischen Traumata verursacht werden, oder aber bei gängigen Ängsten der heutigen Zeit. Die Behandlungsindikationen der Myoreflextherapie umfassen alle Erkrankungen des Bewegungsapparates mit Muskeln, Sehnen, Bändern, Gelenken, Bandscheiben etc, funktionelle Organstörungen, z. B.: Tinnitus, Kopfschmerz, Migräne, Kiefergelenksstörungen, funktionelle Atembeschwerden, etc, psychotraumatische Belastungen wie z. B. Depressionen, Burnout, chronisch emotionale Belastungen, Angstzuständen und auch ADS/ADHS. (www.myoreflextherapie.de)

Osteopathie: Der Osteopath (auf 5-jährige Ausbildung achten) erspürt mit "denkenden, sehenden und wissenden Fingern" eventuelle Dysfunktionen in der Tiefe des Körpers und behandelt nur mit den Händen durch Erspüren, Hinhören, Begleiten und - wenn nötig - durch unterstützende Techniken oder gezielte Manipulationen. Das Behandlungsgebiet umfasst sämtliche funktionelle Probleme bis Erkrankungen auch der inneren Organe und des Nervensystems.

Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen: Leicht erlernbare Entspannungsmethode, bei der einzelne Muskelgruppen gezielt angespannt und dann gelockert werden. Dadurch werden Körperbewusstsein und Entspannungsfähigkeit insgesamt gesteigert. Auch gut in akuten Stress-Situationen einsetzbar. Wird therapeutisch u. a. zur Bewältigung von Ängsten eingesetzt.

Qi Gong: Chinesische Meditations- und Therapietechnik. Das kosmische Qi wird über die Atmung in den Körper gelenkt und macht diesen durchgängig. Langsame Bewegungen unterstützen die Konzentration auf den Körper und den Fluss des Atems.

Reiki: Die das Universum durchströmende Lebenskraft oder göttliche Energie (Reiki) wird durch Handauflegen an den Körper des Patienten weitergegeben, wo sie den Energiefluss in den Blockaden wieder freisetzt.

Shiatsu: Chinesische Massagetechnik auf Grundlage der Meridiane. Die Massage entlang der Meridiane und der Akupunkturpunkte löst Stauungen der Lebensenergie auf; das sympathische Nervensystem wird angeregt.

SAFE® – Sichere Ausbildung für Eltern 
Das Projekt „SAFE® – Sichere Ausbildung für Eltern" wurde entwickelt, um (werdende) Eltern darin zu unterstützen, bereits ab der Schwangerschaft eine sichere Bindung zu ihrem Kind aufzubauen. „Sichere Bindung“ bedeutet eine hohe qualitative und spezifische Verbindung auf emotionaler Ebene zwischen dem Kind und seinen Eltern. Die Art wie man die Signale des Kindes (weinen, lautieren, lächeln und weiteres mimisches und körperliches Verhalten) wahrnimmt, interpretiert und darauf antwortet, wird als „Feinfühligkeit“ bezeichnet und  ist maßgebend für die Bindungsqualität. Sie wird durch mangelnde Kenntnisse oder belastende Erfahrungen aus der Vergangenheit oder Gegenwart beeinflusst und kann die Beziehung zum Kind sowie seine Entwicklung beeinträchtigen. Der Schwerpunkt bei SAFE® liegt darin, die Eltern zu befähigen feinfühlig auf die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder zu reagieren. SAFE® richtet sich an alle werdenden Eltern bis etwa zum 7. Schwangerschaftsmonat und wird bis zum Ende des ersten Lebensjahres in einer geschlossenen Gruppe durchgeführt. (www.safe-programm.de)

Wingwave® - Leistungs- und Emotions-Coaching
Wingwave® ist ein Leistungs- und Emotions-Coaching, das spürbar und schnell Leistungsstress abbaut und Kreativität, mentale Fitness und Konfliktstabilität steigert. Individuelle Stressauslöser wie Gedanken, Erfahrungen, Gefühle werden bei Wingwave® auf der emotionalen Ebene reguliert. Wingave® ist eine zertifizierte Methode, die wirkungsvolle Elemente verschiedener Coachingansätze kombiniert. Wingwave® ist deshalb keine Psychotherapie und kann eine solche nicht ersetzen.Besonders geeignet ist Wingwave®-Coaching bei starkem Leistungsstress. Dies kann im Beruf, in der Ausbildung oder im Leistungssport geschehen. Wingwave® wird aber auch als gezielte Stressreduktionsmethode in akuten belastenden Situationen eingesetzt.Wingave® kann helfen, in akuten Stresszeiten Blockaden zu lösen, Burnout zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Durch die Kombination verschiedener Coaching-Ansätze können bereits nach wenigen Sitzungen große Erfolge erzielt und das Leistungspotenzial gesteigert werden.Bei hohem Stress kommt es zu einer Blockade beider Gehirnhälften. Ein Konflikt kann jedoch nur bei optimaler Zusammenarbeit beider Gehirnhälften bewältigt werden. Dies geschieht unter anderem während der sogenannten REM-Phase im Schlaf. Bei der Wingave®-Methode werden „wache“ REM-Phasen simuliert, bei denen quasi im „Turbo-Gang“ emotionale Belastungen verarbeitet und Blockaden aufgelöst werden. Integrierte NLP- und Kinesiologie-Elemente unterstützen die Wirkung von Wingave®.

Yoga: Indisches Selbsterfahrungssystem. Verschiedenste Körperhaltungen und Atemübungen des Hatha-Yoga werden langsam durchgeführt, um zu körperlicher Achtsamkeit und innerer Sammlung zu gelangen, wodurch Spannung und Stress abgebaut werden. Vom Fachmann zu erlernen, alleine praktizierbar.

 

Mehr und mehr Frauen entdecken den naturheilkundlichen Weg, um eine leichtere Depression in den Griff zu bekommen oder - in schwereren Fällen - als Ergänzung zu anderen medikamentösen Behandlungen und/oder einer Psychotherapie. Verschiedene Wege, die unter Betreuung durch AllgemeinmedizinerInnen oder HeilprakterInnen, durchgeführt werden können, stehen zur Verfügung, von denen einige hier erläutert werden sollen:

Bach-Blüten-Therapie: Für Edward Bach war Krankheit das Ergebnis eines Konfliktes zwischen höherem Selbst und Persönlichkeit. Jeder Charakterzug kann als Stärke oder Schwäche gelebt werden. Die Bach-Blüten sollen helfen, die Stärken zu leben. Wissenschaftlich nicht beweisbar.

Homöopathie: Samuel Hahnemann erkannte, dass man zur Heilung eine Arznei wählen müsse, die ein ähnliches Leiden erregen kann, wie jenes, das sie heilen soll. Also z. B ein Mittel, das leichtes Fieber erzeugt, kann dieses senken, wenn es in starker Verdünnung gegeben wird. Eine Erstverschlimmerung zeigt die Richtigkeit der Wahl.

Phytho-Therapie: Heilpflanzen werden intuitiv auch von Tieren richtig eingesetzt und sind wohl eines der ältesten, unumstrittensten und natürlichsten Heilmittel der Menschen.

Vitamin-, Mineralien-, Spurenelemente-Therapien: Vor allem Vitamin B, Calcium, Magnesium, Folsäure, Kalium und Zink sowie Omega-3-Fettsäuren werden immer wieder unterstützend gegeben.

 

Die Überprüfung der Schilddrüse und des Hormonstatus sollte bei postpartal erkrankten Frauen grundsätzlich zur ärztlichen Routine gehören, da nach der Entbindung verschiedenste Schilddrüsen- und Hormon-Problematiken entstehen können. Betroffene Frauen sollten sich in dieser Frage an einen Endokrinologen wenden, dessen genauerer Hormon-Test sich meist über einen ganzen Tag erstreckt, um auch die Hormonschwankungen feststellen zu können. Ein Speichel-Hormon-Test ist genauer als die auch heute noch häufigen Bluttests. Ein Ultraschall sollte selbstverständlich auch dazu gehören. Die Verabreichung synthetischer Hormone, wie auch der "Pille", führt häufig zu einer Verstärkung der Depression oder wird sogar erst ihr Auslöser.
Alternativen zu synthetischen Hormonen: Naturidentisches Progesteron, das aus der Yamswurzel gewonnen wird und in Form einer Progesteroncreme bezogen werden kann. Da es natürlicher Herkunft ist, unterscheidet es sich grundlegend von Progestogenen, die synthetischer Art sind. Natürliches Progesteron wirkt antidepressiv und ist nach der Entbindung sowie bei Progesteron-Mangel und prämenstruellem Syndrom (PMS) mit Erfolg einsetzbar.
Daneben sind weitere sogenannte Phyto-Hormone im Gespräch, die ebenfalls pflanzlicher Natur sind, wie z. B. der Mönchspfeffer und die Traubensilberkerze.
Die natürlichste Art, die als altes Hebammenwissen bekannt ist, ist die dosierte Einnahme der eigenen, getrockneten und pulverisierten Plazenta. Aus der Plazenta-Nosode können auch homöopathische Mittel hergestellt werden.

Plazenta-Prophylaxe (PDF)

Progesteron-Prophylaxe (PDF)

Hormon-Schilddrüsen-Eisenmangel-Tips (PDF)

 

Oft werden Medikamente benötigt, um Körper und Geist wieder einzubalancieren. Eine Behandlung mittels Psychopharmaka darf allerdings nicht zur Folge haben, die persönlichen Probleme einer Frau auszublenden. Bei schweren Depressionen und Psychosen kann auf die Gabe von Medikamenten nicht verzichtet werden, dies sollte aber nur in enger Zusammenarbeit mit dem Facharzt (PsychiaterIn, NeurologIn) erfolgen. Mittlerweile gibt es Medikamente, die mit dem Stillen vereinbar sind. (Infos dazu: www.embryotox.de, www.motherisk.org) Wenn eine Mutter stillen möchte, wird empfohlen, auf diese zurückzugreifen, da das erzwungene Abstillen eine Depression aufgrund der Versagensgefühle und aufgrund der hormonellen Umstellung noch verstärken kann.
Es gibt unterschiedliche Arten von Psychopharmaka, die bei psychischen Erkrankungen eingesetzt werden können.

Antidepressiva
Antidepressiva lassen sich im Wesentlichen in drei Kategorien unterteilen: 1. trizyklische oder tetrazyklische Antidepressiva, 2. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und 3. MAO-Hemmer. Antidepressiva haben die Funktion, das Gleichgewicht der sogenannten Neurotransmitter im Gehirn wiederherzustellen. Neurotransmitter sind Botenstoffe im Gehirn, die bei der Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen eine tragende Rolle spielen. Insbesondere scheinen die Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin für Depressionen verantwortlich zu sein. Bei der Einnahme von Antidepressiva ist Folgendes zu beachten:
Entscheidend ist, dass das Medikament regelmäßig und nach ärztlicher Anweisung eingenommen wird. Die Wirkung setzt im Allgemeinen erst nach 10 bis 20 Tagen ein. Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Verstopfung, Schwitzen oder beschleunigter Puls sind möglich. Jeder Mensch reagiert anders und unterschiedlich stark auf ein bestimmtes Medikament. Die lästigen Begleiterscheinungen verschwinden oftmals schon nach einer Woche. Der Zeitraum, über den das Medikament eingenommen werden muss, ist individuell verschieden. Auf keinen Fall darf ein Präparat eigenmächtig abgesetzt werden! Antidepressiva machen nicht abhängig - im Gegensatz zu Beruhigungs- und Schlafmitteln. Sobald das biochemische Gleichgewicht im Körper wiederhergestellt ist, werden die Medikamente nicht mehr benötigt.

Angstlösende Medikamente (Tranquilizer)
Angstlösende Medikamente sind auch bekannt unter den Bezeichnungen Tranquilizer oder Benzodiazepine. Die Benzodiazepine sind die am weitesten verbreitete Gruppe der Tranquilizer (engl. "Beruhiger"). Sie finden Anwendung in der Behandlung von Angst- und Unruhezuständen, motorischer Spannung, Gereiztheit und Übererregbarkeit. Sie machen in höherer Dosierung müde und beeinträchtigen das Konzentrationsvermögen. Ansonsten gelten sie im Allgemeinen als relativ gut verträglich. Tranquilizer sollten grundsätzlich nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden, da sie bei längerem Gebrauch abhängig machen können.

Antimanische Medikamente (Medikamente bei bipolaren Störungen)
Wenn eine Frau nach der Geburt ihres Babys unter einer Manie leidet, so äußert sich dies in den folgenden Symptomen: gehobene Stimmung, geringes Schlafbedürfnis, sehr schnelles Sprechtempo, rasende Gedanken, leichte Ablenkbarkeit, stark gesteigerte Aktivität und mangelndes oder gestörtes Urteilsvermögen.
Manien werden vorrangig mit Lithium, Neuroleptika, Carbamazepin und Valproinsäure behandelt. Während der Lithiumbehandlung muss der Lithiumspiegel im Blut der betroffenen Frau sorgfältig überwacht werden, denn ansonsten besteht die Gefahr der Toxizität (Überdosierung). Lithium ist ein metallisches Element, das in der Natur nur als Salz in Mineralien, Mineralwasser, Pflanzen- und Tiergeweben und in sehr geringer Konzentration auch in menschlichen Geweben vorkommt. Lithium weist zum Teil erhebliche Nebenwirkungen auf, die allerdings durch die Gabe kleinerer Dosen über den Tag verteilt vermieden werden können und meist nach einer gewissen Zeit verschwinden. Lithium macht nicht abhängig und gilt als gefahrlose Behandlungsmethode, wenn die Therapie genau kontrolliert wird.
Ebenso wie bei Lithium sollte auch der Carbamazepinspiegel bzw. Valproinsäurespiegel im Blut regelmäßig überwacht werden. Carbamazepin und Valproinsäure sind ursprünglich antiepileptisch wirkende Medikamente, die zur rezidiv-vorbeugenden und stimmungsstabilisierenden Behandlung bei bipolaren Störungen zur Anwendung kommen. In der Regel werden sie eingesetzt, wenn Lithium nicht geholfen hat, wenn es nicht vertragen wurde oder wenn andere Gründe gegen eine Lithiumbehandlung sprechen. Auch hier sind Nebenwirkungen zu erwarten.

Antipsychotische Medikamente (Neuroleptika)
Wenn eine Mutter unter Symptomen einer Psychose leidet, ist der Einsatz antipsychotischer Medikamente - sogenannte Neuroleptika - erforderlich. Diese Arzneimittel stellen das biochemische Gleichgewicht im Gehirn wieder her und behandeln psychotische Symptome wie z. B. Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Verwirrtheitszustände. Die z. T. erheblichen Nebenwirkungen reichen von Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung und Schwindelgefühlen bis hin zu Muskelschmerzen, starkem Zittern, Muskelkrämpfen und verlangsamten Bewegungsabläufen. Oft werden zusätzliche Medikamente verabreicht, die diese Nebenwirkungen einschränken sollen. Der Arzt muss eine entsprechende Dosierung finden, bei der die psychotischen Symptome verschwinden und sich gleichzeitig die Nebenwirkungen in Grenzen halten.

Schlafmittel (Hypnotika)
Schlafstörungen stellen für viele postpartal erkrankte Frauen ein Problem dar. Jedes Medikament, das schlafanstoßend und sedierend wirkt, kann als Schlafmittel oder Hypnotikum bezeichnet werden. Somit handelt es sich bei den Hypnotika (= Schlafmittel) nicht um eine scharf abgrenzbare Arzneimittelgruppe. Angstlösende Medikamente durchbrechen manchmal den Angstkreislauf, der für die Schlaflosigkeit bei Müttern verantwortlich ist. So können angstlösende Medikamente, z. B. die Benzodiazepine, eine hilfreiche Methode zur Unterbrechung des Teufelskreises der Schlaflosigkeit darstellen. Auch Antidepressiva sind zuweilen schlaffördernd. Es ist darauf hinzuweisen, dass bei fast allen Schlafmitteln das Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung besteht.

 

Bei einer schweren Depression, bei Suizidgedanken, bei einer Psychose oder wenn die Mutter zu Hause ein belastendes Umfeld hat, ist ein Klinikaufenthalt unumgänglich. Wenn eine Frau stationär aufgenommen werden muss, sollte dies nicht zu einer Trennung von Mutter und Kind führen. Eine Trennung von Mutter und Säugling erweist sich in vielen Fällen für die Genesung der Betroffenen als kontraproduktiv. Auch wenn bei einer sehr schweren Erkrankung erst einmal der Säugling nicht mit aufgenommen wird, sollte es eine Einrichtung sein, bei der er später hinzugeholt werden kann. Diese Mutter-Kind-Einrichtungen sind in Deutschland leider noch nicht flächendeckend und ihre therapeutischen, personellen und räumlichen Angebote sehr unterschiedlich. Daher sollte man die genaueren Informationen zu den verschiedenen Einrichtungen (s. Mutter-Kind-Einrichtungen) vergleichend ansehen oder Rücksprache mit der Geschäftsstelle nehmen (s. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Es ist sinnvoller eine gute Einrichtung zu wählen - z. B. mit Mutter-Kind-Interaktionstherapie -, bei der schneller Therapieerfolge erzielt werden, und dafür auch gegebenenfalls eine größere räumliche Entfernung zur Familie in Kauf zu nehmen.

 

Die betroffene Mutter braucht vor allem Zuwendung; Menschen, die da sind, die zuhören und die versuchen zu verstehen.
Alle negativen Äußerungen und Gefühle sollten ernst genommen und nicht bagatellisiert oder bewertet werden. Die depressive Mutter leidet sehr. Ihre Antriebslosigkeit, ihre Hoffnungslosigkeit sind Symptome der Krankheit. Auch Appelle an das Verantwortungsgefühl der Frau oder Ermahnungen, sich zusammenzureißen, verstärken das Leid, weil dadurch zusätzliche Schuldgefühle entstehen und das ohnehin schwer angeschlagene Selbstwertgefühl weiter untergraben wird. Daher sind vor allem Lob und Bestärkung angesagt.
Streitereien sollten vermieden werden, denn eine eventuelle Gereiztheit oder Vorwurfshaltung der Betroffenen sind auch Symptome der Krankheit.
Die betroffene Mutter sollte von möglichst vielen Alltagsaufgaben entlastet werden. Sie braucht vor allem Ruhe, Erholung und viel Schlaf! Dennoch ist es wichtig, sie immer wieder liebevoll zu motivieren, kleinere Aufgaben zu übernehmen. Es geht darum, dem Tag eine gewisse Struktur zu geben, Punkte zu setzen, an denen sie sich "entlang hangeln" kann. Denn jeder Tag mit einer Depression ist qualvoll lang. Die Erkrankte sollte verwöhnt werden: ein warmes Bad, ihre Lieblingsmusik, Massage, ein schönes Buch, Spaziergänge, Kinobesuche, Schwimmen gehen, Essen gehen. Auch sollte immer wieder darauf hingewiesen werden, dass es eine Besserung und vor allem auch Heilung gibt!
Die Hilfe und Betreuung der depressiven Mutter sollte auf möglichst viele Schultern verteilt werden: Familie, Freunde, Nachbarn. Auch kleine Beiträge, wie Wäsche waschen, mit dem Kind oder den Kindern spazieren gehen, sind bereits sehr hilfreich. Es besteht die Möglichkeit, eine - ggf. ärztlich verordnete - Haushaltshilfe, Familien- oder Mütterpflegerin in Anspruch zu nehmen. Auch hat jede Frau Anspruch auf Hebammenhilfe. Bis zum zehnten Tag nach der Geburt sind 2x täglich und darüber hinaus bis zum neunten Monat Besuche möglich. Besteht dann noch weiterer Bedarf, können auf ärztliches Rezept weitere Besuche stattfinden.
Auch wenn die Erkrankte unter Appetitlosigkeit leidet, sollte für eine gesunde, ausgewogene Ernährung gesorgt und immer wieder Zwischenmahlzeiten und Getränke angeboten werden.
Zeitweilig ist es erforderlich, der Frau wichtige Entscheidungen abzunehmen und eine ruhige und sichere Führung zu übernehmen: z. B. Ärzte und Therapeuten zu suchen, Arzt- oder Selbsthilfegruppen-Besuche zu organisieren und sie dorthin zu begleiten, wenn sie sich dazu nicht mehr in der Lage fühlt.
Gegebenenfalls ist die Medikamenteneinnahme zu überwachen. Medikamente müssen regelmäßig und nach ärztlicher Vorschrift eingenommen werden, selbst wenn schon eine Besserung eingetreten ist. Auf jeden Fall sollte die Medikation mindestens bis zur völligen Gesundung fortgesetzt werden, besser darüber hinaus, um spätere Rückfälle zu vermeiden.
Andeutungen auf Selbsttötung sollten sehr ernst genommen werden! Eine Selbstmorddrohung ist immer ein Hilfeschrei. Die meisten Menschen, die sich das Leben nahmen, haben dies vorher in irgendeiner Weise angedeutet. Auch wenn nicht direkt Selbstmordgedanken geäußert werden, können kleinere oder größere Anzeichen auf entsprechende Absichten hinweisen. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Kind, für das sich die Mutter verantwortlich fühlt, "mitgenommen" wird. Ärztliche und psychotherapeutische Hilfe ist in diesen Fällen zwingend notwendig.
Manchmal ist auch eine stationäre Behandlung unumgänglich, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen. Dazu sollte offen mit der depressiven Frau gesprochen werden. Bei Psychosen ist dies leider in den meisten Fällen nicht mehr möglich, da die betroffene Frau kaum noch entscheidungsfähig ist. Sie sollte trotzdem vorher informiert werden, da man nicht weiß, was sie noch aufzunehmen vermag.
Das Auf und Ab gehört zum Heilungsprozess. Selbst wenn die Mutter auf eine Behandlung gut anspricht und ihr Befinden sich schon deutlich gebessert hat, wird sie immer wieder Tiefpunkte durchlaufen, wodurch man sich nicht entmutigen lassen sollte.
Auch Angehörige einer depressiven Mutter sollten das Gespräch mit anderen suchen, um ihre Sorgen, Ängste und ihren Stress auszudrücken. Hilfreich ist sicherlich der Austausch mit Angehörigen anderer Betroffener (s. Kontaktliste Betroffener).
Doch niemand ist perfekt. Die hier aufgelisteten Punkte sollen lediglich als Anregungen dienen.

Angehörigen-Info (PDF)

 

Vieles kann die betroffene Mutter selber unternehmen, um sich Erleichterung zu verschaffen.
Sie sollte entlastende Gespräche mit verständnisvollen Menschen suchen und offen über ihre negativen Empfindungen und Ängste reden.
Und sie sollte sich professionelle Unterstützung suchen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die durchaus kombiniert werden können (s. Professionelle Hilfe).
Sie sollte möglichst viel schlafen, um sich zu erholen, zumindest immer dann, wenn das Kind schläft.
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, keinesfalls sollte eine Diät angestrebt werden, um die "alte Figur" wieder zu erhalten. Eine frische und vollwertige Kost wirkt der Erschöpfung entgegen, die für viele Frauen nach der Entbindung ein Grundproblem darstellt. Dabei sind viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt wichtig, um den Blutzuckerhaushalt konstant zu halten. Schwankungen im Zuckerspiegel des Blutes können Reizbarkeit hervorrufen. Zu empfehlen sind kaliumreiche Nahrungsmittel wie Bananen, Aprikosen oder Hülsenfrüchte.
Auch wenn es schwer fällt, sich aufzuraffen, körperliche Bewegung ist äußerst wichtig. Denn viel Bewegung hilft nicht nur einem erschöpften Organismus wieder auf die Beine, sondern dient gleichzeitig dazu, den Zustand der inneren Erstarrung, den eine Depression häufig widerspiegelt, zu lockern. Sport wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus, die Neurotransmitter werden aktiviert und das biochemische Gleichgewicht wird somit schneller wieder ausbalanciert. Spazieren oder schwimmen gehen, Radfahren, Gymnastik oder auch Sauna sind angeraten. Wertvoll sind auch diverse Formen von Entspannungsübungen (s. Alternativ-medizinische, komplementäre Therapien).
Zum Stillen sollte eine realistische Haltung gewonnen werden und kein Stress damit verbunden sein. Stillen wirkt zwar stimmungsaufhellend, aber nur, wenn es stressfrei geschieht. Stillberaterinnen helfen gerne dabei. Auch sollte die Mutter das Stillen als eine Form der Zärtlichkeit zwischen Mutter und Baby ansehen und genießen können und nicht so sehr auf die Milchmenge achten müssen. Das Beste für das Kind ist immer das, was Eltern aus Liebe und Überzeugung geben - unabhängig davon, ob die Milch aus der Flasche oder aus der Brust kommt. Falls die Mutter abstillen will, ist es äußerst wichtig, dass dies aufgrund hormoneller Veränderungen sehr langsam und möglichst medikamentenfrei geschieht!
Perfektionismus oder zu hohe Erwartungen sollten abgebaut werden. Es sollten nur vernünftige, erreichbare Ziele und teilweise die Beschränkung auf das Notwendigste angestrebt werden - ob es sich um die Ordnung im Haushalt, den Umgang mit dem Baby, den eigenen Körper oder anderes handelt.
Ein gewisser Abstand zum Baby tut gut. Es sollte Freiräume für die Mutter geben, um etwas zu unternehmen - allein, gemeinsam mit dem Partner oder mit FreundInnen.
Erkrankte Frauen leiden häufig unter starken Schuld- und Versagensgefühlen, wenn sie sich nicht in dem Maß selbst um ihr Baby liebevoll kümmern können, wie sie es für richtig halten. Auch leiden sie unter großen Ängsten, das Kind könnte dadurch seelischen Schaden nehmen. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass dieses Risiko gerade dadurch minimiert wird, wenn die Mutter, um bei eigener Schwäche und Bedürftigkeit selbst wieder auf die Beine zu kommen, die Betreuung vorübergehend und sei es auch nur stundenweise in die Hände einer Person ihres Vertrauens gibt. Damit erfüllt sie ihre Aufgabe als Mutter völlig verantwortungsvoll. Je mehr sie ihrem Kind das Gefühl vermitteln kann, dass es jetzt in Ordnung ist, wenn Papa, Oma oder Freundin es jetzt betreuen und es dort gut aufgehoben sein wird, um so leichter wird sich auch das Kind mit der vorübergehenden Trennung tun. Dies wird inzwischen auch durch die aktuelle neurophysiologische Forschung bestätigt. Und wie ein afrikanisches Sprichwort so treffend sagt: "Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen."
Der Tag sollte grob eingeteilt und geplant werden, wie er zu verbringen ist. Wichtig ist, diesen Tagesplan offen, realistisch und flexibel zu halten, so dass er auch erfüllbar wird.
Einschneidende Veränderungen wie Umzug, Renovierungen, Hausbau, Berufswechsel, Trennung vom Partner sollten in den ersten Monaten nach der Entbindung vermieden werden. Es ist nicht der Zeitpunkt für umwälzende Veränderungen. Körper und Seele brauchen Erholung und müssen sich erst auf die neue Situation mit einem Neugeborenen einstellen.
Wichtig ist zu lernen, Hilfe jeglicher Art anzunehmen. Viele Menschen legen Hilfsgesuche als persönliches Versagen aus. Meist kommt der Hilfeschrei daher erst mit dem Zusammenbruch und somit zu spät. Es ist aber ganz im Gegenteil ein Zeichen von Stärke, die eigene Situation zu überdenken, sich zu ihr zu bekennen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Selbsthilfegruppen

Seit einigen Jahren bilden sich Selbsthilfegruppen zur postpartalen Problematik (s. Selbsthilfegruppen- und Beraterinnen-Liste). Der hohe Wert dieser Selbsthilfegruppen liegt darin begründet, dass hier Frauen mit einem ähnlichen Erfahrungshintergrund zusammenkommen, so dass ein offeneres, vertrauensvolleres Gespräch möglich ist. Die Selbsthilfegruppe hilft durch die Solidarität und das Verständnis der Frauen, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und individuelle Lösungsmöglichkeiten aus der Krise zu suchen. Neben dem Erfahrungsaustausch dient die Selbsthilfegruppe der Informationsvermittlung bezüglich Literatur, Fachleuten und Therapien. Das unausgesprochene Verstehen einer vergleichbar schwierigen Krankheits- und Lebenssituation macht diese Selbsthilfegruppen zu einem tragenden Stützpfeiler auf dem Heilungsweg. Die Eigeninitiative hebt dabei das Selbstwertgefühl, was maßgeblich zur Heilung beiträgt. Da aufgrund der teilweise großen Entfernungen nicht alle Frauen eine Selbsthilfegruppe erreichen können, gibt es auch das (meist telefonische) Gesprächsangebot anderer betroffener Frauen oder Angehöriger über zwei Kontaktlisten, die nur auf dem Postweg über den Verein zu beziehen sind (s. Kontaktlisten Betroffener) Zum offenen Erfahrungsaustausch ist außerdem ein Forum (s. Forum) eingerichtet.

Tips zur Gründung einer Selbsthilfegruppe (PDF)

Einverständniserklärung Selbsthilfegruppen- und Beraterinnen-Liste (PDF)