Erfahrungsberichte

Kinderwunsch trotz schwerer Psychosen

In den letzten zehn Jahren hatte ich vier schwere Psychosen. Die letzte Psychose begann drei Tage nach der Geburt unserer Tochter Paula im Juni 2006.
Falls wir uns noch einmal für ein Kind entscheiden sollten, werden wir einiges anders machen.

Im März kam mein kleiner Sonnenschein Joe zur Welt. Es war eine schwere Geburt (32 Stunden – noch einmal muss ich das nicht haben). Nach 3 Tagen Krankenhaus sind wir dann nach Hause, und da fing der Spaß dann erst richtig an. Ich weinte nur noch, wusste gar nicht, was ich mit dem Kleinen anfangen sollte, hatte keine Hilfe, und meinte, ich müsste alles alleine schaffen. 2 Wochen ging das gut, dann ging irgendwie gar nichts mehr.

Die Schwangerschaft meines ersten Kindes verlief wundervoll, ohne wirkliche Beschwerden und mein jetziger Mann und ich konnten uns auf unser Baby so richtig freuen.

Leider kam es aber dann nach der Geburt meines Sohnes im November 2003 bald zu einem fatalem gesundheitlichen Umsturz.

Anfangs dachten alle und auch ich selbst, toll, dass es mir so gut geht.

Mir geht es sehr gut!
Ich bin glücklich!
Ich liebe mein Leben!

Drei Sätze, von denen ich geglaubt habe, sie nie mehr sagen zu können.
Von denen ich mir aber so sehr gewünscht habe, sie wieder sagen zu können.

Die Schwangerschaft war wundervoll. Es waren wahrscheinlich die schönsten neun aufeinander folgende Monate meines Lebens. Ich war sehr glücklich und schwebte auf Wolke sieben. Ich war sehr stolz auf meinen Babybauch. Ich hatte keine Anzeichen von Übelkeit oder was man sonst als Leiden der Schwangerschaften kennt.

 Nachdem ich die Berichte hier gelesen habe, möchte ich meinen doch auch dazuschreiben, da viele Frauen hier von Antidepressiva und sonstigen Medikamenten schreiben, die mir als Therapie nie vorgeschlagen wurden, obwohl ich nach der Geburt meines 2. Kindes unter einer schlimmen und lang andauernden Postpartalen Depression litt.

Was dann kam, war ein Jahr Psychotherapie mit allen Höhen und v.a. Tiefen, anschließend ein knappes halbes Jahr Paartherapie zusammen mit meinem Mann und im Anschluss daran unsere sehr gut überlegte, aber v.a. gefühlsgeleitete Entscheidung zu unserem 3. Kind.

Fast genau ein Jahr, nachdem mein Sohn auf die Welt gekommen ist, fing die Krankheit bei mir an.
Zuerst schleichend. Ich konnte nachts nicht mehr schlafen, später dann mit körperlichen Beschwerden. Das Ganze artete in einen hypochondrischen Wahn aus.

 Vorgeschichte:

1994 hatte ich schon einmal eine schlimme Krise. Früher waren für mich die Meinungen anderer ganz wichtig. Mein Selbstwertgefühl war zu dieser Zeit total im Keller. Ich hatte Angst- und Panikattacken. Auch eine Schilddrüsenstörung wurde in dieser Zeit festgestellt – leider sehr spät, so dass ich mich sehr lange auch körperlich schlecht gefühlt hatte. Es folgte Psychotherapie und OP der Schilddrüse, die medizinisch dann ok war. Aber bei mir war nichts mehr so wie vorher – ich hatte vegetative Beschwerden und es dauerte seine Zeit, bis ich wieder zu mir fand.

Eigentlich hatte ich mir das ganz schön vorgestellt mit meinem vierten, zwar nicht geplanten, aber doch freudig erwarteten Kind - die anderen waren ja schon "aus dem Gröbsten heraus" und verständig, außerdem gut beschäftigt mit Schule und Kindergarten, da würde ich meinen Nachzügler so richtig genießen können.

Eine "ganz normale" Wochenbettdepression

Unser Sohn Oskar ist jetzt 3 Monate alt. Wenn ich ihn beobachte, wie er vor sich hin brabbelt, mich anlächelt oder einfach nur friedlich schlummert, geht mir das Herz auf vor Liebe und ich möchte ihn ganz fest an mich drücken und für immer festhalten. Das war nicht von Anfang an so.

Oskar ist ein Wunschkind. Beim dritten Versuch hat es geklappt und wir waren überglücklich, als sich die Schwangerschaft bestätigte. Die nächsten 9 Monate waren wunderschön und bis auf ein paar klitzekleine Wehwehchen hatte ich keine Probleme. Die begannen erst mit den Wehen:

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